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FASHIONFOTOGRAFIE

Als ich letztens meine Freunde im Berliner Wedding besuchte, erzählte ich von einem anstehenden Auftrag, auf den ich mich freute. Heiratet wieder jemand?, fragt meine Freundin Usch Schmitz, die weiß, dass ich es liebe, Hochzeiten zu fotografieren. Nein, meinte ich, es wird ein Fashion­shooting: Ein Pärchen aus Bayern lässt sich in Tracht fotografieren. Und SIE wird auch Lederhosen anhaben. Toll!

Kraft Wetzel, der kritische Geist in unserer Runde, runzelte die Stirn: Fashionshooting? Darunter stelle ich mir dünne, langbeinige Models vor, die auf Laufstegen superteure Klamotten spazierentragen. Das ist eine Szene, die ich mir in Deinem Fotostudio gar nicht vorstellen kann! Überhaupt verstehe ich diesen ganzen Hype um ‚Fashion‘ nicht: Warum geben die Leute so viel Geld dafür aus?
Usch und ich protestierten gleichzeitig: ‚Fashion‘ ist doch nur ein anderes Wort für ‚Mode‘. Und Mode muss nicht teuer sein! Mode ist sehr vielschichtig! Die abgewrackteste Jeans kann Mode sein, wenn man sie mit Selbstbewusstsein trägt. Es geht doch darum, dass man mit seiner Kleidung etwas ausdrücken will! Kraft Wetzel hielt dagegen: Aber Laufstegmodels machen doch genau das Gegenteil! Die sollen als ‚Kleiderständer“ rumlaufen und nicht ihre eigene Meinung ausdrücken!
Wie immer war unsere Diskussion am Ende sehr produktiv.

Bei einem ‚Fashionfoto‘ – so wie ich es verstehe und anbiete – geht es nicht darum, sich in teuren Klamotten zu zeigen. Man muss sich auch keine neue Kleidung kaufen. Ich habe kein Interesse daran, irgendwelche Models zu akquirieren oder spezielle Looks zu kreieren.
Die Idee ist vielmehr, dass sich meine Kundinnen und Kunden in der Kleidung fotografieren zu lassen, in der sie sich gerade am wohlsten fühlen.

In der Erinnerung der meisten Menschen sind außergewöhnliche Situationen oder wichtige Lebensphasen ja oft mit einer bestimmten Kleidung verknüpft: Man erinnert sich an die alten Turnschuhe, mit denen man als Teenager kreuz & quer durch die Stadt gelaufen ist. Man erinnert sich an die Bluse, die man an dem Tag getragen hat, an dem man seinen Liebsten kennenlernte. Man erinnert sich an den schicken Anzug, den man während seiner erfolgreichsten Prüfung trug.

Genauso wie beispielsweise beim Paarshooting, bei Aktaufnahmen oder bei Babybildern geht es bei Fashionfotos vor allem darum, einen bestimmten Moment festzuhalten. Die Fotos sollen uns dabei helfen, unsere Erinnerung an die Zeiten wachzuhalten, die wir als positiv erlebt haben. Oder sie sollen uns – wie ein Spiegel – daran erinnern, wie schön, entspannt, glücklich, trainiert oder was auch immer wir aussehen können, wenn es uns gut geht.
Bestellte Models werden von Stylisten eingekleidet. Das kann eine Anregung sein. Ich selbst jedoch fordere meine Kunden auf, die Klamotten anzuziehen, die sie selber toll finden, die sie gerne tragen oder vor der Kamera gerne mal tragen würden.

Wenn das Glück z.B. durch Sport gekommen ist, können sie sich in Trainingssachen fotografieren lassen. Wenn jemand gerade zehn Kilo abgenommen hat und sich rundherum wohlfühlt, zeigt er oder sie sich vielleicht auch gerne wieder in enganliegender Kleidung. Oder jemand kostümiert sich gerne, hat einen alten Traum, möchte ausprobieren, wie es sich in den Hüllen vergangener Zeiten anfühlt: ausstaffiert in Samt und Seide, mit Reifrock und hochgesteckter Lockenfrisur. Oder im Stil der 20er Jahre mit Paillettenkleid, Federboa und Zigarettenspitze, mit Knickerbockern und Schiebermütze. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Und – je nachdem, was man will und vorhat – kann ein Fashionfoto natürlich auch als Bewerbungsfoto dienen.

Von meinen Kundinnen und Kunden möchte ich deshalb in erster Linie wissen, was sie ausdrücken wollen und durch welche Kleidung, durch welchen Stil dieser Ausdruck am besten zur Geltung kommen könnte.
Meine Aufgabe ist es dann, das Outfit perfekt in Szene zu setzen. Man kann nicht einfach mal den Fotoapparat aus der Tasche holen und anfangen zu knipsen. Fashionfotografie ist aufwendig: Set-Aufbau, perfekte Beleuchtung, möglichst wenig Requisiten … Das ganze Ambiente muss stimmen. Am liebsten fotografiere ich draußen. Außerhalb des Studios zu fotografieren ist zwar eine Herausforderung, aber ich nehme sie immer wieder gerne an: Es gibt so viele geile Kulissen in Berlin!

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