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Paarshooting II

Ob ich irgendwelche Techniken habe, um Leute zu beruhigen, die Angst vor der Kamera haben, wollte Kraft Wetzel, der Lebensgefährte meiner Freundin Usch Schmitz, letztens von mir wissen. Wir sitzen oft und gerne gemeinsam in ihrer Küche und plaudern über Gott und die Welt. Und vor kurzem ging’s um ‚Paarshooting‘.

„Naja“, sagte Kraft, „das ist für ein Paar doch ein hochemotionaler Moment! Sich gemeinsam zu einem Fotografen – in Deinem Fall natürlich einer professionellen Fotografin – zu begeben und sich quasi ‚für die Ewigkeit‘ ablichten zu lassen: das ist doch schon fast wie Heiraten, oder nicht?! Der letzte Schritt vorm Standesamt, könnte man sagen. Also, mein Adrenalin-Spiegel wäre in diesem Moment rasend hoch! Was würdest Du denn tun, um mich ‚runter‘ zu holen? Hast Du bestimmte ‚tools‘, Techniken, Strategien, um die Spannung aus der Situation zu nehmen?“

Nun hatte ich mittlerweile ja Zeit gehabt, um über Krafts Frage nachzudenken, aber ehrlich gesagt, ist mir nichts Konkretes eingefallen, keine Techniken oder Standards, die ich bewusst anwende. Es ist wohl eher die Art und Weise, wie ich bin, wie ich mit den Leuten umgehe, wie ich mit ihnen rede. Da ich von Natur aus neugierig bin, möchte ich wirklich wissen, wer mir da gerade gegenübersitzt und schaue gerne genau hin. Ich glaube, das merken die Kunden, und sie schätzen es, dass ich gerne und immer wieder gerne in Kontakt gehe.

Ja, ich denke, es ist vor allem die Aufmerksamkeit, mit der ich meinen Kunden begegne, und die Offenheit, mit der ich zu ihnen spreche. Wenn es mir gelingt, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Leute wohlfühlen, dann entspannen sie auch. Und können leichter sagen: ‚Okay, der vertraue ich jetzt mal und mache einfach mit.‘

Vor der Kamera fordere ich die Paare in der Regel auf, sich immer mal wieder gegenseitig anzuschauen. Dadurch bekommen sie einen anderen Blickwinkel, können dem anderen in die Augen schauen und sich wieder darüber bewusst werden, was sie hier eigentlich gerade tun: ‚Ach Mensch, das ist ja mein vertrauter Mann, meine Frau! Stimmt, wir sind zusammen hier, weil wir unser Glück teilen wollen. Alles ist gut!‘ Dieses Gefühl beruhigt die Nerven sehr. Und wenn sie sich dann ansehen, müssen sie meistens lachen. Einfach, weil es sie freut, den anderen zu sehen.

Diplomatisches Geschick muss ich anwenden, wenn ich die beiden zu Haltungen auffordere, die ihnen eher schwerfallen: zum Beispiel feinfühlig zu dem anderen sein und das durch die Körperhaltung auch ausdrücken. Dabei soll er seine Hand nicht wie eine Pranke auf die Schulter seiner Partnerin legen, sondern eine zarte, freundliche Geste machen, die entspannt ist und entspannend wirkt. Und sie soll den Kopf nur ein wenig neigen und ihn nicht gleich ganz auf seine Schulter legen. Auf solche Sachen achte ich in diesem Augenblick. Schließlich kann man ja nicht sagen: ‚Oh nee, nicht so doll! Das ist vollkommen falsch, wie Du das machst, so geht das nicht.‘ Als Fotografin brauchst Du die Fähigkeit, positiv auszudrücken, was Du willst. Und das in kürzester Zeit.

Apropos Zeit: Die vergeht mit Usch und Kraft immer wie im Fluge.

Für heute mache ich deshalb Feierabend und gehe heim zu meinem Liebsten …

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