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50+ Teil II

„Fragt deine Kundschaft wenigstens nach Schwarzweiß?“, wollte Kraft Wetzel wissen. „Denn der starke Eindruck, den ein Charakterkopf machen kann, entsteht ja vor allem durch den Kontrast einer s/w-Fotografie.“

Usch fing an zu singen: „Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael, nun glaubt uns kein Mensch, wie schön’s hier war ha ha …“ Und auch ich schüttelte den Kopf.

Schwarzweiß ist echt nicht mehr gefragt. Die meisten Leute wollen Farbfotos, vor allem natürlich die Generation, die mit s/w-Bildern aufgewachsen ist. Aber es stimmt natürlich, dass ein Portrait in Schwarzweiß eine ganz andere Wirkung hat als ein Farbfoto. Deshalb bekommen meine Kundinnen und Kunden auch immer beide Versionen, wenn sie die Foto-Dateien kaufen, also Farbe und s/w.

Doch unterm Strich finde ich, dass die Frage nach Farbe oder Schwarzweiß genauso unwichtig ist wie die nach Jung oder Alt, nach glatter Haut oder faltiger Haut. Das Schöne zu finden, mit Licht hervorzuheben und das nicht so Schöne in den Schatten zu stellen, macht doch die Kunst der Fotografie aus. Und je besser es mir als Fotografin gelingt, einem Menschen die Hemmung zu nehmen, sich fotografieren zu lassen, umso schneller erkenne ich das Wesen meines Gegenübers. Und das ist sehr wichtig in der Portraitfotografie. Denn einerseits habe ich nicht unendlich viel Zeit für ein Bild, andererseits ist es meine Aufgabe und mein Anspruch, möglichst charakteristische Aufnahmen zu machen.

Natürlich werde ich von meinen Kundinnen und Kunden immer mal wieder gebeten, die Bilder so zu bearbeiten, dass sie jünger aussehen als sie tatsächlich sind. Ich breche dann gerne eine Lanze für das Alter und plädiere dafür, dem Schönheitsbild, das die meisten Medien und vor allem die Werbung vermitteln, etwas entgegenzusetzen. Immer nur jung, schlank und faltenlos sein zu wollen oder zu sollen, ist doch langweilig. In Nepal habe ich einen alten Mann fotografiert, der hatte unzählige Falten und kaum noch Zähne im Mund, sah aber total glücklich aus. Ich wünsche mir, dass die Menschen erkennen, wie schön und inspirierend sie sein können, wenn sie alt werden. Vielleicht würden sie dann anders auf sich selbst schauen und liebevoller mit sich umgehen.

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